1:5 – Debakel gegen Stuttgart.

Der FC bleibt im Jahr 2010 weiter ohne Heimsieg: Nach einer Niederlage gegen Dortmund und dem hart erkämpften Unentschieden gegen Hamburg setzte es am Samstagnachmittag eine deftige 1:5-Schlappe gegen den VfB Stuttgart. Mann des Spiels war der Stuttgarter Stürmer Cacau, der vier Tore erzielte und den FC dabei mehr als einmal alt aussehen ließ. Den einzigen positiven Aspekt für den FC gibt es beim Blick auf die Tabelle: Da sich Hannover 96 eine ähnliche Pleite erlaubte (1:4 in Dortmund) beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz weiterhin acht Punkte. So bleibt das Punktepolster des vor den Begegnungen in Leverkusen und gegen die Bayern weiterhin relativ komfortabel – einzig die nach der Hinrunde gute Tordifferenz hat mächtig gelitten und liegt nun bei minus zehn Treffern…

Das Unheil gegen den VfB war irgendwie vorprogrammiert: Trainer Zvonimir Soldo kündigte im Vorfeld der Begegnung an, der FC wolle das Spiel selbst machen und stellte dafür extrem offensiv auf. Neben den beiden Stürmern Podolski und Novakovic waren auch die Außenbahnen mit Chihi und Tosic sehr offensiv besetzt – damit setzte Soldo in einem Bundesligaspiel gegen einen ambitionierten Gegner weitaus offensiver und risikoreicher auf, als beim Pokalspiel in Augsburg, wo mit Novakovic nur ein Stürmer in einer Startelf ohne Podolski und Tosic stand…

So verpuffte die Offensive des FC gegen den VfB weitgehend wirkungslos – zwar hatte der FC durch Novakovic die erste (wenn auch mehr zufällig herausgespielte) wirklich gute Chance des Spiels, im Gegenzug traf aber Cacau zur frühen Führung für die Gäste (13.). Mit der Führung im Rücken drückte der VfB dem Spiel zunehmend seinen Stempel auf und profitierte immer wieder vom katastrophalen Abwehrverhalten des FC. So auch beim 0:2, als ein Konter bereits abgewehrt schien, Cacau dann aber aus 17 Metern unbedrängt zum 0:2 einschießen konnte (31.) – Faryd Mondragon war dabei wie bereits beim ersten Gegentreffer machtlos. Ebenso machtlos war der FC-Keeper beim dritten Gegentreffer, der dieses Mal nach einer Ecke fiel. Einmal mehr war die FC-Abwehr nicht auf dem Posten und ließ Tasci auf das Tor köpfen – Mondragon konnte diesen Kopfball zwar noch abwehren, der Nachschuss von Cacau aber saß – 0:3 (38.). Kurz vor der Pause konnte der FC durch Schorch, der bis dahin eine schwache Leistung in der Defensive ablieferte, noch auf 1:3 verkürzen und sorgte so für Hoffnung für die zweite Hälfte.

Im zweiten Durchgang drängte der FC dann mit macht auf den Anschlusstreffer – so hatte Lukas Podolski, der zu Beginn der zweiten Halbzeit auffälligster Spieler auf dem Platz war, gleich zweimal die Möglichkeit zum 2:3: Zuerst setzte der Nationalspieler den Ball mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur Zentimeter neben das Tor (47.), kurz darauf scheiterte er mit einem Kopfball an Jens Lehmann im VfB-Tor, der in dieser Situation glänzend reagierte (51.). Der FC war dem zweiten Tor in dieser Phase deutlich näher als der VfB dem vierten – daran änderte auch die zunächst einzige Stuttgarter Möglichkeit durch einen Freistoß von Kuzmanovic nichts (53.). Allein: Das Tor für den FC wollte nicht fallen; weder der eingewechselte Freis (58.) noch Brecko (68.) waren mit ihren Versuchen erfolgreich. Besser machte es der VfB, der mit seiner ersten wirklich guten Chance in der zweiten Halbzeit direkt auf 4:1 erhöhte (69.) – die FC-Abwehr stand staunend daneben, als Hilbert zunächst unbedrängt flanken und Pogrebnyak ungestört aus kurzer Distanz einköpfen konnte. Damit war das Spiel endgültig gelaufen – und der FC hatte Glück, dass der VfB aus dem katastrophalen Abwehrverhalten in der Schlussphase nicht noch höheres Kapitel schlug: Der vierte Treffer von Cacau (74.) stellte den Schlusspunkt in dieser Begegnung dar…

So spielte der FC:
Mondragon – Schorch, Geromel, Mohamad, Brecko – Petit, Pezzoni – Chihi (55. Freis), Tosic – Novakovic, Podolski

Tore:
0:1 Cacau (13.), 0:2 Cacau (31.), 0:3 Cacau (38.), 1:3 Schorch (44.), 1:4 Pogrebnjak (70.), 1:5 Cacau (74.)

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