Alles wie gehabt?

Der ‘Express’ veröffentlichte heute ein Interview mit Michael Meier, in dem der FC-Manager auf die anhaltende Kritik an Trainer Zvonimir Soldo eingeht. In der Presse wurde nach der Niederlage in Bremen ja bereits über eine Ablösung von Soldo spekuliert für den Fall, dass der FC gegen St. Pauli die nächste Niederlage kassiert. Meier aber stützt seinen Trainer – und verweist darauf, dass es unter Christoph Daum auch nicht unbedingt bessere Leistungen des FC zu bestaunen gab. Im Gegenteil: Genauso wie Zvonimir Soldo mit seiner Mannschaft in der letzten Saison den Klassenerhalt letztlich ungefährdet aber ohne Glanz schaffte, machte es ein Jahr zuvor Christoph Daum. Auch unter ihm spielte der FC oft schlecht, fuhr aber die notwendigen Punkte ein. Sieht man genau hin, verliefen ja bereits große Teile der Aufstiegssaison nach ähnlichem Muster – Anzeichen dafür sind zahlreiche Siege mit nur einem Tor Differenz.

Apropos ‘notwendige Punkte’: Der ‘kicker’ beruhigte in seiner letzten Donnerstag-Ausgabe die FC-Anhänger und verwies auf die letzte Saison. Denn da holte der FC immer dann Punkte und Siege, wenn es eng zu werden drohte. Beispielhaft werden der sechste Spieltag mit dem ersten Saisonsieg (2:0 in Stuttgart) und der 28. Spieltag  (4:1 in Hannover) nach sieben Spielen ohne Sieg genannt. Sollte es in dieser Saison genauso sein, dürfte im Heimspiel gegen den FC St. Pauli nicht allzu viel schief gehen und ein Sieg nur Formsache sein. Auch im Jahr davor unter Trainer Christoph Daum war dieses Phänomen übrigens zu beobachten: Der FC war nur unter (mehr oder weniger starkem) Druck erfolgreich. Wenn es vermeintlich um nichts ging, riefen die FC-Profis ihere Leistung nicht wirklich ab. Tja, damit steigt man zwar am Ende wie es scheint nicht ab, den nächsten Schritt nach oben kann man so aber definitiv nicht vollziehen…

Orientiert sich Zvonimir Soldo übrigens an der letzten Saison, steht in Kürze wieder ein Systemwechsel an: Zwar hat der FC in den ersten beiden Spielen drei Tore erzielt (und das ist nicht selbstverständlich, wenn man sich die letzte Spielzeit vor Augen hält…), aber auch sieben Gegentore kassiert. Folge könnte nun ein Systemwechsel auf eine defensivere Ausrichtung sein. Dies hätte zur Folge, dass ein eher offensiver Mittelfeldakteur (Jajalo oder Yalcin?) für einen defensiveren (Matuschyk?) weichen müsste. Folge wäre eine Rückkehr zum (bekannten) 4-2-3-1 der letzten Saison. Wir erinnern uns: Auch in der letzten Saison fand der FC erst nach einer Systemumstellung in die Spur – an den ersten Spieltagen spielte der FC zwar durchaus attraktiv – aber auch erfolglos. Nach der Systemumstellung spielte der FC dann zwar (wenn er denn musste, siehe oben) erfolgreich, aber eben meist eher unansehnlich.