Eine Woche nach dem 0:0 in Leverkusen brachte der FC am Samstagnachmittag den nächsten Tabellenführer ins Straucheln: Der FC holte beim 1:1 gegen deutschen Rekordmeister Bayern München immerhin einen Punkt und ist somit seit drei Spielen gegen die großen Bayern ungeschlagen! Und ausgerechnet in diesem Spiel beendete Lukas Podolski seinen in den Medien zum großen Thema hochstilisierten ‘Torfluch’ und brachte den FC mit seinem zweiten Saisontor in Führung – auch sonst bot der Nationalspieler eine überzeugende Leistung. Nach diesem Unentschieden konnte sich der FC in der Tabelle um einen Rang verbessern und hat als 13. nun sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.
Das Spiel gegen die Bayern begann so, wie es im Vorfeld erwartet wurde: Der FC stand tief und ließ die Bayern zunächst spielen. Dabei erspielten sich die Münchner bereits in den ersten Minuten mehrere Standardsituationen, so dass man durchaus Bedenken haben konnte, ob das für den FC heute gut geht. Nach sieben Minuten wagte sich dann aber auch der FC zum ersten Mal nach vorne und verschaffte sich dabei gleich großen Respekt: Lukas Podolski donnerte einen 20-Meter-Schuss an die Latte und gab damit das Signal für eine erste Halbzeit, die so wohl nur die wenigsten erwartet haben. Der FC bestimmte fortan an das Spiel und erspielte sich eine Reihe von Tormöglichkeiten – so hatten die Bayern unter anderem Glück, dass Schiedsrichter Rafati ein Handspiel von Conento im Strafraum übersah (14.) und dass Novakovic einen Kopfball nicht im Tor unterbringen konnte (18.). Auf der anderen Seite hatten die hochgelobten Bayern, die ohne Robben und Ribery begannen, nur eine einzige ernstzunehmende Möglichkeit in der ersten Halbzeit: Van Buyten scheiterte mit einem Freistoß an Mondragon, der mit einer Weltklasse-Parade zur Ecke abwehren konnte. Die gefährlichere Mannschaft im ersten Durchgang war aber der FC – so war das Torschussverhältnis von 7:2 für den FC nach einer halben Stunde Ausdruck des Spielverlaufs. Wer hätte das gedacht… Und nach 32 Minuten sprang dann auch endlich etwas Zählbares für den heraus: Lukas Podolski hämmerte einen indirekten Freistoß aus 25 Metern auf das Bayern-Tor und ließ dabei Torhüter Jörg Butt ziemlich alt aussehen – der Bayern-Keeper faustete den Ball ins eigene Netz und es stand 1:0 für den FC! In den verbleibenden Minuten der ersten Halbzeit überzeugte der FC durch ein enormes Laufpensum und hohe Zweikampfstärke – die Bayern rannten in dieser Phase nur hinterher und waren mit dem knappen Rückstand zur Pause eigentlich bestens bedient.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild allerdings: Die Gäste nahmen nun von Beginn an das Heft in die Hand und schnürten den FC phasenweise regelrecht am eigenen Strafraum ein. Der Druck auf den FC wurde mit den Einwechslungen von Ribery und Klose dann noch größer und der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit. Und nach einer knappen Stunde kam es wie es kommen musste: Müller setzte sich auf der linken Abwehrseite des FC durch und passte den Ball flach in den Strafraum, wo Schweinsteiger aus neun Metern nur noch einschieben musste – 1:1 (58.). In der Folge hatte der FC Glück, dass Schweinsteiger nach einer Ecke nur die Latte traf (64.). Der FC konnte sich nur selten befreien und kam durch einen Distanzschuss von Maniche erst nach 69 Minuten zu seiner ersten Möglichkeit im zweiten Durchgang ehe kurz darauf ein Treffer von Lukas Podolski wegen Abseitsstellung (zurecht) nicht anerkannt wurde. So stand es trotz der klaren (optischen) Feldüberlegenheit der Bayern weiter unentschieden – auch weil der FC geschickt verteidigte und nur wenige Chancen zuließ. In der Schlussphase riskierte der FC dann mehr und so entwickelte sich noch einmal ein offenes Spiel, in dem beide Mannschaften den Siegtreffer auf dem Fuß hatten: Zuerst traf Ribery mit einem 18-Meter-Schuss nur den rechten Pfosten (85.), dann verpasste Maniche nach einem Fehler von Butt – der eine Hereingabe des eingewechselten Tosic nicht festhalten konnte – den Siegtreffer für den FC. So blieb es am Ende beim 1:1 und einem leistungsgerechten Unentschieden.
So spielte der FC:
Mondragon – McKenna, Geromel, Mohamad, Brecko – Matuschyk, Petit, Maniche – Freis (90. Ehret), Podolski (90. Tosic) – Novakovic
Tore:
1:0 Podolski (32.), 1:1 Schweinsteiger (58.)
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[...] fcfp.de Hinter der Tatsache, dass ein Stürmer ein Tor erzielt, steckt nämlich weniger dramaturgisches Kalkül, als die Berichterstatter, die alles so gern zum Gipfel von irgendwas zuspitzen, mit Melodien aus dem Spannungsfeld zwischen »Freude, schöner Götterfunken« und »Spiel mir das Lied vom Tod« unterlegen und so tun, als ginge es bei jedem Einwurf um vielmehr, als wir plüschohrigen Zaungäste uns überhaupt vorstellen können, uns glauben machen wollen. [...]
Pingback: FC Bayern - Das Zypern der Bundesliga | Spielfeldrand - Das Magazin – 08. März 2010 @ 12:59